Wie werde ich Jäger?

Zunächst einmal müssen Sie sich überlegen, ob Sie sich in einem Vorbereitungskurs auf die Jägerprüfung schulen lassen wollen, oder ob sie das nötige Handwerkszeug in Eigenregie erlernen. Dies ist tatsächlich möglich, aber Sie werden dabei schnell merken, dass Sie an viele Grenzen stoßen.

Die Jägerprüfung ist Ländersache und nur wenige Bundesländer bieten Ihnen überhaupt die Chance, an einer Jägerprüfung ohne Ausbildungskurs teilzunehmen. In Berlin ist das möglich.

Die zweite Hürde, die sie überwinden müssen, ist die Frage der Schießausbildung. Ohne eigene Waffen und eine Schießstättenaufsichtsperson müssen Sie jemanden finden, der Ihnen hier kompetent zur Seite steht. (Fragen Sie doch mal in der Jagdakademie Berlin nach einer passenden Schießausbildung. )

Die dritte und vielleicht größte Hürde ist die Frage, was Sie alles lernen müssen, um bei der von Ihnen ausgesuchten Prüfungskommission die Prüfung zu bestehen. Die mündliche Prüfung gliedert sich in sechs Fachgebiete, die sich teilweise wieder aus verschiedenen Fachgebieten zusammensetzen. Und man hat ganz schnell das Gefühl, Tiermedizin, Forstwirtschaft, Jura … zu studieren, obwohl man doch eigentlich „nur“ den Jagdschein machen wollte!

Wenn Sie sich für eine Jagdscheinausbildung in einer anerkannten Jagdschule entschieden haben, stellt sich als nächstes die Frage, welche Kursform für Sie die geeignetste ist. Hier möchte ich Ihnen die gängigsten mit Vor- und Nachteilen vorstellen.

Kompaktkurs / Intensivkurs / Crashkurs

Ein Kompaktkurs bietet Ihnen die Möglichkeit, innerhalb relativ kurzer Zeit die Ausbildung und Prüfung zu Absolvieren. Nach zwei Monaten haben Sie Ihren Jagdschein. Die veraltete Meinung, dass man hier nur für das Kurzzeitgedächtnis lernt, ist ein längst widerlegter Zopf vergangener Zeiten. Das Gegenteil ist eher die Regel. Durch die intensive Lernatmosphäre und die Auszeit aus Ihrem Alltag befassen Sie sich ausschließlich mit dem Thema Jagd und lassen Ihre Gedanken so wenig wie möglich in berufliche und familiäre Verpflichtungen abschweifen. Allerdings wird es sehr anstrengend, wenn Sie 20 Tage am Stück lernen müssen. Oft bekommt der gesamte Kurs nach 10 Tagen einen „Lagerkoller“ und man ist mehr am Kichern als am Lernen. Deshalb führe ich meine Kompaktkurse in zwei Blöcken durch. Zwischendrin können Sie sich erholen und den gelernten Stoff nacharbeiten. Nachteilig ist, dass Sie sich dafür Urlaub nehmen müssen.

Wochenendkurs

Für den Wochenendkurs müssen Sie keinen Urlaub nehmen. Dies ist sicher für viele ein großer Vorteil. Sie sollten jedoch mit Ihrer Familie besprechen, dass Sie für ca. sechs Monate wenig freie Wochenenden haben werden. Auch hier haben Sie die Komponente, dass Sie eine gute Lernatmosphäre haben, da Sie sich wenigstens zwei Tage am Stück voll konzentrieren können.  

Abendkurs

Wöchentlich an zwei Abenden haben Sie zwei bis vier Stunden Unterricht. Ein halbes Jahr lang. Diese Kursform lässt sich gut in den Alltag integrieren, wenn man abends nicht zu Hause sein muss. Sie sollten sich überlegen, ob Sie nach einem kompletten Arbeitstag noch in der Lage sind, Lernstoff aufzunehmen.

Und dann geht es auf die Suche nach der passenden Jagdschule. (Hier demnächst mehr dazu.)